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Die kommentierte Bachkantate mit Beat Wälti

" J a u c h z e t ,  f r o h l o c k e t "
Johann Sebastian Bach, Kantate BWV 248/1

Ref. Stadtkirche Lenzburg, 2. Dezember 2018


Fotos Romeo Crivelli

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1.  G o t t e s d i e n s t


 
   
 
Ebenso sicher wie das 'Amen' in der Kirche sind die seit nunmehr vier Jahrzehnten alljährlich zum ersten Adventsonntag wiederkehrenden Aufführungen unserer kommentierten Bachkantaten in der reformierten Stadtkirche Lenzburg.

Nach einer intensiven Einarbeitung in das nicht einfache Werk freuen sich unsere Solisten, Choristen und Musiker mit unserem Dirigenten, Ihnen einen ganz besonderen Anlass bieten zu dürfen.


 
 
 
 
Dabei erklingen Teile des jeweils zur Aufführung gelangenden Werkes schon im Gottesdienst, was diesem eine vorweihnachtliche Festlichkeit verleiht und auf diese Weise den Kirchgängern das später erläuterte Werk bereits näher bringt. Eröffnet wird der Gottesdienst mit dem kraftvoll klingenden Eingangschor 'Jauchzet, frohlocket!", ein kompositorisches Meisterstück von Johann Sebastian Bach.


 
 
 
 
Pfarrerin Susanne Ziegler begrüsst die Kirchgänger wie auch die Solisten, Choristen und Instrumentalisten der Bachkantate. Mit gemeinsam gesungenen Liedern, Gebeten und biblischen Texten sowie der Predigt führt sie durch den Gottesdienst.


 
 
 
 
Andreas Jud begleitet mit seinem Orgelspiel die gemeinsam gesungenen Lieder. Die Melodie eines davon erkennen wir später wieder als Choral in der Bachkantate.

 
 
     
  Solistische Einlagen von Altistin Barbara Hensinger und Bassist René Koch


 
 
 
  Im Rezitativ (Nr. 7) wird der Bassist vom Chor-Sopran begleitet.


 
 
 
  Es folgen der Segen sowie Informationen zum Kirchenkalender.


 
 
 
 
Das Ausklingen des Chorals Nr. 9 der Bachkantate Nr. 248/1 beschliesst den Kantaten-Gottesdienst. Die Kirchenbesucher bekunden ihr Wohlgefallen mit Applaus.


 
 
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2.  K o m m e n t a r e   z u r   K a n t a t e   d u r c h   B e a t   W ä l t i
m i t   M u s i k b e i s p i e l e n   u n d   A u f f ü h r u n g



 
 
 
 
Beat Wälti nimmt zu Beginn seiner Ausführungen über die Bachkantate 248/1 kurz Bezug auf die vor einem Jahr abgegebenen Kommentare zur damals in Lenzburg aufgeführten Kantate 248/4. Tatsächlich handelt es sich beim Weihnachtsoratorium BWV 248 um ein umfassendes Werk, bestehend aus sechs Teilen bzw. sechs Weihnachtskantaten. Jede von ihnen wurde erstmals am 1., 2. und 3. Weihnachtstag (25.-27.12.) des Jahres 1734, am nachfolgenden Neujahrstag, am Sonntag danach und am Dreikönigstag aufgeführt, und dies sowohl in der Nikolaikirche als auch in der Thomaskirche - beide in Leipzig.


 
 


 
  Bach leitete zu jener Zeit bereits während elf Jahren den seit Jahrhunderten bestehenden und bestens qualifizierten Thomaschor, für welchen er jede Woche eine neue Kantate schrieb, bzw. als Thomaskantor dazu "verknurrt" war. Mit unzähligen weiteren Engagements war Bach ein auf höchster Stufe beschäftigter Mann, weshalb es nicht verwundert, dass neu geschaffene Kantaten oft erst kurz vor der Aufführung vorlagen. Das wiederum bedeutete für die Mitglieder des Thomaschors, dass sie ihre Singstimme bereits nach einem kurzen Blick auf die Musiknoten intus haben mussten und wohl auch hatten.

 
 
 
 
 
Schon öfter hatte Bach Auftragswerke für weltliche Anlässe geschrieben. Dabei störte ihn, dass diese nur einmal aufgeführt wurden, um alsbald in der Vergessenheit zu versinken. Dies und der dauerhaft auf ihm lastende Zeitdruck verleiteten ihn dazu, bereits bestehende weltliche Werke in geistliche umzuschreiben. Mit der jährlichen Wiederholung des Kirchenkalenders ergaben sich so Möglichkeiten, um seine Werke mehrmals aufzuführen. Beat Wälti erläutert ausführlich mit Musikbeispielen, wie Klang, Timbre, Rhythmus, Tempo und Texte für neue Bedürfnisse angepasst wurden, was für den meisterlichen Bach ein leichtes Spiel war. Diese Vorgänge werden unter dem Begriff 'Parodieverfahren' zusammengefasst.

Anmerkung:
In gewisser Betrachtungsweise erinnert dieses Vorgehen auch an die Umwandlung gross besetzter Werke in Kammermusik-Versionen (z.B. "Schönberg-Clan") und umgekehrt, oder generell um das Erschaffen von Orchesterversionen von ursprünglich für Soloinstrumente geschriebene Stücke, sowohl durch den Komponisten selbst als auch durch Dritte.

Beispiel: Von Modest Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung" kennen die meisten von uns die mächtige Orchesterfassung, wohl kaum aber das ursprünglich für Klavier geschaffene Original. Beide sind auf ihre Art einzigartig, einerseits sehr verschieden, doch in der Ausstrahlung sehr ähnlich!

Weiteres verwandtes Thema: Zusammenzug verschiedener Melodien zu einem Medley.


 
 
 
  Soweit mit Ausschweifungen (sorry!) eine Auswahl aus weit mehr interessanten Informationen, die anlässlich der Einführung von Beat Wälti zu vernehmen waren. Ich beschränke mich, noch ein paar Bilder der Aufführung vorzustellen.

Bild oben: 1. Chor: Jauchzet, frohlocket!


 
   
  Bildmitte: Walter Siegel, Tenor (Nr. 2, Rezitativ Evangelist)
links unten: Helene Thürig, Orgel-Continuo


 
 
 
  Barbara Hensinger, Alt (Nr. 3 Rezitativ, Nr. 4 Arie)


 
 
 
  Nr. 5 Choral


 
 
 
  Walter Siegel, Tenor (Nr. 6, Rezitativ Evangelist)


 
 
 
  René Koch, Bass (Nr. 7 Rezitativ)


 
 
 
  René Koch, Bass (Nr. 8 Arie)


 
 
 
  9. Choral


 
 
 
  Der Aufwand hat sich gelohnt! Zufriedene Gesichter bei den Mitwirkenden für die gelungene Aufführung.


 
   
  Das Publikum bedankt sich für die glanzvolle Aufführung mit anhaltendem Applaus.


 
 


                                                             
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