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  Empfehlung: Lesen Sie vor der Be-
                     trachtung der Bilder  
                     die "Gedanken zu den
                     Werken" von Beat Wälti  












 
Orchester des Musikvereins Lenzburg

Sinfoniekonzert

m i t   S o l i s t   P a t r i k   L ü s c h e r
Fagott und Altblockflöte

Ref. Stadtkirche Lenzburg, 13. Januar 2019


Fotos Romeo Crivelli


 
 

 
Schön aufgeräumt präsentiert sich die "Orchesterbühne" vor dem Konzert.

Apropos Bassgeigen und "zugewandte Orte":

Meldet sich der Dirigent mit "zurück zu Buchstabe A, nur Holz bitte", dann spielen die Oboen, die Klarinetten, die Fagotte, die Flöten (sogar jene aus Metall, und ebenso alle Register der Saxophone so vorhanden). Die Streicher (Geiger, Gitarren, Mandolinen, Lauten, Celli, Kontrabässe etc.) dagegen tun keinen Wank. Weshalb eigentlich?


 
 
 
 
Zu Beginn des Konzerts begrüsst der Dirigent Beat Wälti die Zuhörerschaft und erläutert, dass die beiden ersten Programmpunkte (Beethoven und Krähmer), beide bestehend aus je vier Teilen, alternierend und beginnend mit Beethoven vorgetragen werden.


 
 
 
 
Ernest Krähmer durchlief ab dem 11. Altersjahr eine musikalische Ausbildung im Militärknaben-Institut Annaburg und lernte dabei den Umgang mit diversen Holzblasinstrumenten. Danach wirkte er in Dresden als Musiker und vervollkommnete das Spiel des "Csakan", der sogenannten Spazierstockflöte. Er galt auf diesem Instrument als absoluter Virtuose. 1822 vermählte er sich mit Caroline Schleicher. Im selben Jahr wurde Krähmer Mitglied der Hofkapelle Wien. Das Paar trat häufig in Wien zusammen in Konzerten auf. Krähmer starb 41-jährig an einer Art Lungenversagen. Damit geriet sein Lieblingsinstrument mehr und mehr in Vergessenheit. Auch seine Kompositionen werden heute eher selten gespielt.


 
 
 
 
Beethovens Mödlinger Tänze (WoO 17) sind eine Folge von äusserst gefälligen Tanzweisen der gehobenen Unterhaltungsmusik mit wohlklingender Orchesterbesetzung.


 
 
 
 
Patrik Lüscher beim gestaffelten Vortrag von 4 ausgewählten Ausschnitten aus "Souvenir à la Suisse" auf seiner Altblockflöte.


 
 
 
 
Von Beethovens insgesamt 17 Mödlinger Tänzen spielt unser Orchester deren vier. Die Komposition geht auf das Jahr 1819 zurück. Wältis Hinweis "Beethoven zugeschrieben" in seiner Werkbeschreibung lässt darauf schliessen, dass der Komponist erst nach Vergleich mit Beethoven-Notenmaterial als Urheber des Werks erhärtet schien. 

Die sauber vogetragenen Tänze überzeugen, und zweifelsohne bereitet diese Musik unseren Orchester-Musikern ebenfalls viel Freude und Spass.


 
 
 
  Es ist schon erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit und Brillanz sich einem solch kleinen Instrument herrlich perlende Tonfolgen entlocken lassen, und dazu noch bei einem Instrument, das ohne Klappen auskommt. Patrik Lüscher beherrscht das Fach spielerisch im "Höhenflug".


 
 
 
 
Wohl verdienter Applaus an Patrik Lüscher für seine hoch professionellen und wunderbaren Flötenklänge.


 
 
 
 
Das Publikum zollt dem Solisten Anerkennung durch anhaltenden Applaus.


 
 
 
 
Als nächstes dürfen wir uns auf ein "Konzertchen" (so die Übersetzung aus dem Italienischen) für Fagott und Orchester freuen.


 
 
 
 
Zur Aufführung gelangt das Concertino für Fagott und Orchester von Bernhard Henrik Crusell, bestehend aus den Sätzen 'Allegro brillante', 'Allegro moderato' und 'Polacca'.


 
 
 
 
Solist ist wieder Patrik Lüscher, diesmal jedoch mit einem weit voluminöseren Instrument in Grösse und Klangfarbe. Nebst warmen Klängen in tiefer Basslage lassen sich auch hohe Töne mit einem besonderen "Schmelz" im Tenorbereich hervorzaubern, die sich durchaus bestens für solistische Passagen eignen.


 
 
 
 
Das Werk überzeugt durch den tänzerischen Charakter, Tempiwechsel, schnelle Tonfolgen und Kadenzen im Soloinstrument und die Zwiegespräche zwischen Solist und Orchester. Auch in diesem Stück meistert Patrik Lüscher seinen Part bravourös. Und das Orchester folgt ihm sauber musizierend.


 
 
 
  Herzliche Gratulation!


 
 
 
  Freuen wir uns mit dem Solisten über eine weitere musikalische Begegnung, die sich bestens gelohnt hat.


 
 
 
 
Wir sind bei unserem letzten Programmpunkt angelangt, bei der 7. Sinfonie, genannt "Die Unvollendete" von Franz Schubert, einem Werk, das sich vielen von uns schon in den Jugendjahren eingeprägt hat und uns seither begleitet.


 
 
 
 
Die Einleitung obliegt tief klingenden Celli und Kontrabässen. Nach wenigen Takten eröffnen die Geigen das erste Motiv, während Celli und Kontrabässe zum Pizzicato wechseln. Schon bald kommen Bläser hinzu. Das Ganze in einem schwebenden 3/4-Takt, und schon befinden wir uns in einer mystischen Welt des Entzücktseins. So viel Genialität zu Beginn des 1. Satzes wird noch weiter gekrönt durch dramatische Elemente, welche die Spannung während des ganzen ersten Satzes aufrechterhalten.

Das ist Schubert - zwar unvollendet, aber vollkommen! 


 
   
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  Wir erleben ein kompaktes, gut ausbalanciertes Orchester mit vollem, rundem Klang, nie zu laut, und auch die Tempi stimmen.


 
   
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Ein wenig schade: beim zweiten Satz lässt nachlassende Konzentration mitunter die rhythmische Präzision vermissen, was auch leichte Trübungen der Intonation nach sich zieht. Übers Ganze gesehen überwiegen erfreulicherweise positive Eindrücke.

 
 
 
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  Das Publikum spendet freudig Beifall.